Der "tote Name" im Email-Verteiler


... - und was er uns über den Umgang mit Tod und Trauer in Unternehmen sagt
In einer BGM-Schulung zu Trauer in Beruf und Alltag teilte eine Teilnehmerin neulich folgendes:
Der Name eines verstorbenen Kollegen tauchte noch Monate nach seinem Tod in dem betrieblichen E-Mail-Verteiler auf.
Niemand hatte ihn entfernt.
Niemand hatte gesagt, was jetzt zu tun ist.
Auf den ersten Blick: ein kleines IT-Problem.
Auf den zweiten Blick: ein großes kulturelles Signal.
Denn was sagt es über uns aus, wenn der Name eines Verstorbenen weiter „lebt“, als wäre nichts geschehen?
🪝Dass wir uns unsicher sind, wie wir mit Tod umgehen sollen.
🪝Dass wir keine klaren Prozesse haben.
🪝Dass wir das Thema oft verdrängen – aus Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu tun.
Aber der Tod gehört zum Leben. Und damit auch zum Arbeitsleben.
Ein Blick in die Statistik zeigt: jeder 16. Mitarbeiter erlebt einen Trauerfall pro Jahr.
Trotzdem gibt es in den meisten Unternehmen und Organisationen keine Leitlinie, keine Ansprechperson, keine Kultur dafür.
Was wäre, wenn wir das ändern?
Statt zu schweigen, könnten wir:
🌱Klare Kommunikationsabläufe etablieren: Wer informiert wen? Wie wird der Todesfall im Team kommuniziert?
🌱Flexible Unterstützung – angepasste Arbeitszeiten, HomeOffice, vorübergehende Umverteilung von Aufgaben, Sonderurlaub
🌱Ansprechpersonen benennen, die zuhören und unterstützen
🌱Rituale und Abschied – Schweigeminuten, Kondolenzbücher oder eine symbolische Gestaltung im Büro
🌱Klare Prozesse für den digitalen Nachlass schaffen: Die E-Mail-Adresse und alle Konten sollten zeitnah gesperrt, gelöscht oder an eine Vertretung übergeben werden.
Trauer ist kein Störfaktor.
Sie ist ein menschlicher Moment.
Auch in der Arbeitswelt.
Und wie wir damit umgehen beeinflusst langfristig stark unser Wohlergehen und unsere Leistungsfähigkeit.
💬 Wie geht ihr in eurem Unternehmen mit Trauer um?
Gibt es Leitlinien? Habt ihr schon erlebt, wie es gut – oder schlecht – gelaufen ist?



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