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Die Sache mit den Bullshit-Bingos

  • Autorenbild: Rina Nowak
    Rina Nowak
  • 3. Juni
  • 1 Min. Lesezeit

In letzter Zeit begegnen mir immer öfter Bullshit-Bingos zu Floskeln, die Trauernde ständig aus ihrem Umfeld zu hören bekommen und welche sie oft zutiefst treffen und nur noch mehr Salz in ihre Trauerwunde streuen. Ohne auch nur ein kleines bisschen zu trösten.


Und auch ich benutze diese beispielhaften Mist-Sätze manchmal in meiner Beratung und Aufklärungsarbeit. Ich finde das zum Großteil auch wirklich wichtig und erfrischend, auf diese Art unsere oft standardisierte und verfloskelte Trauer und Kondolenz-Kommunikation zu hinterfragen.


Und dennoch: durch diese Methode kann auch der einseitige Eindruck entstehen, dass ich mich ab jetzt nur anstrengen muss „das Richtige“ zu einem Trauernden zu sagen, und dann wird alles gut. Und wieder ist dann der Fokus nur auf den Worten, diesmal aber „den Richtigen“.


Dabei wird das Wesentliche schnell übersehen.

Denn was wirklich zählt ist nicht, ob ich ab jetzt nur ein neutrales und unverfängliches „ich bin für dich da“ sage, sondern:


🚩Meine ich das auch wirklich so?!

🚩Kann der trauernde Mensch spüren, dass ich wirkliches Mitgefühl für seine Situation habe?!


Denn genau dieses wechselseitige „ich kann fühlen, dass du mich fühlst“ schenkt dem Körper des Trauernden die Erleichterung, dass er mit seinem unerträglichen Schmerz nicht allein sein muss.

Und das allein können Worte nicht herstellen, auch nicht die richtigen oder neutralen Worte.


Die Haltung und Bereitschaft hinter den Worten ist also die wesentliche Medizin für Trauernde.

Diese Medizin heißt für Menschen in Trauer:


🌱„Ich kann fühlen, dass du mich fühlst.“


Wenn sich diese Medizin überträgt, ist das schon so viel, wie wir für einen trauernden Menschen unmittelbar da sein können.


 
 
 

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