Schmerz gehört zum Menschsein dazu
- Rina Nowak

- 3. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Wie sehr ich aber darunter leide, kann ich selbst zum Großteil mit gestalten.
Es gibt keinen einzigen Menschen ohne Schmerzen. Körperliche oder emotional-seelische Schmerzen werden immer wieder Teil unserer Erfahrung im Leben sein.
Für meine Arbeit als Sterbeamme ist es oft
der unbegreifliche Schmerz nach dem Tod eines geliebten Menschen.
Oder der lähmende Schmerz nach Erhalt einer schweren Diagnose.
Und der Schmerz vor dem ungelebten Leben oder über die verpassten Momenten, dem ich an meinem Lebensende begegnen kann.
Das ist die menschliche Realität. Für alle. Sicherlich gibt es Abstufungen, aber Schmerz wird auftauchen.
Soviel ist sicher.
Vielleicht ist das für dich ernüchternd und sehr ärgerlich. Doch könnte im Annehmen dieser Realität sich möglicherweise etwas in deiner Beziehung zum Leiden wandeln?
Denn ob und wie genau wir unter menschlichen Schmerzen leiden werden, also ob wir uns im Schmerz für immer gefangen fühlen, können wir oft mehr mit gestalten als wir zunächst vielleicht denken würden. Leiden kann also veränderbar sein.
Manchmal schaffen wir das sogar allein durch verschiedenste Hilfsmittel und Techniken, die unsere Bewertung und Bindung an den Schmerz verändern.
Oft aber brauchen wir dafür die Hilfe und Unterstützung von anderen.
Manchmal ist diese Hilfe von medizinischer oder therapeutischer Art.
Oft kann sie auch einfach durch einen nahen Menschen kommen, dem wir vertrauen.
Denn allein durch die ungeteilte Anwesenheit und Aufmerksamkeit eines Gegenübers kann sich der Schmerz möglicherweise verwandeln und mir eine darin enthaltene Botschaft besser vermitteln, ohne dass ich dafür lange leiden muss.
Dafür müssen wir jedoch um Hilfe fragen (können).
Schmerzen werden also kommen, aber das darunter Leiden muss nicht zwangsläufig kommen und kann wandelbar sein.




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